Das Kloster von Curtea de Argès wurde im Jahre 1514 von Negoe Basarab gegründet, der sich ein Gebäude wünschte, das unvergleichbar schön hätte sein müssen.
Die Kirche wurde vom Meister Manole gebaut, dessen künstlerischen Leben einen der größten Gründermythen Rumäniens beeinflussen wird.
Die Architektur der Kirche und ihre äußerliche Dekoration finden ihre Einflüsse in den orientalen Beispielen wieder. Es ist ein einzigartiges Bauwerk, obwohl das Gebäude später zu einer Schule geworden ist, und zwar bis heute. Man kann in einigen Regionen des Landes Kopien in Stahlbeton dieser Kirche sehen, die aber manchmal unangemessen das Meisterwerk im XVI. Jh. nachahmen.
Im Jahre 1526 hatte der Maler Dobromir die Kirche mit seinen Fresken beschmückt.
Als Folge eines Erdbebens, das das Kloster teilweise zerstörte, wollte der Lecomte du Noüy es retten und startete eine große Baustelle für die Restauration der Kirche aber leider auch für die Restauration der Fresken von Dragomir.
Damals wurden die Fresken als archaisch betrachtet und es wurde beschlossen sie zu zerstören, mit der Ausnahme von 12, die als historische Zeugen betrachtet wurden....
Diese Fresken befinden sich jetzt im Nationalen Kunstmuseum Rumäniens in Bukarest. Sie waren Gegenstand einer wunderbaren Ausstellung in Bukarest im Winter 1998-1999. Wir haben die Chance gehabt diese zu besichtigen... und zugleich haben wir die Tatsache bedauert, dass manche Restauratoren des XIX. Jh, verliebt in der mittelalterlichen Kunst, ihren unvergleichbaren künstlerischen Wert nicht wiedererkennen konnten. Trotzdem haben wir ihnen die Rettung der bischoflichen Kirche zu verdanken, sicherlich eine der berühmtesten Kirchen auf rumänischem Land....
Die zwölf Fresken von Dragomir waren Gegenstand wichtiger Restaurationsarbeiten, denn der ursprüngliche Holzhintergrund, der mit der Zeit trocknete, beschleunigte den Verfall der Malerei... Manche von diesen Fresken bildeten wieder den Gegenstand einer Ausstellung im Jahre 2001, die der Kunst des XIV.-XVI. Jh in der Wallachei gewidmet war.
In Curtea de Arges, im Innenraum der Kirche kann man also Fresken aus dem XIX. Jh sehen, die mit Stickereien und Goldverzierungen beschmückt sind. Diese versuchen eine neue Interpretation der Originalgemälden zu sein. Dank dem Ruß haben diese Gemälde ihr auffallendes Aussehen verloren. Der Schmuck der Bekleidung und natürlich auch die Dekorationen der Säulen, die als schlichte Spiralen bis zu den Gewölben steigen, sind aber ziemlich ähnlich der Fresken, die von Dragomir bemalt wurden. Im Gegenteil aber fehlt es den Antlitzen die zierliche Majestät, die die Fresken aus dem XVI. Jh. charakterisieren und die auf einen Einfluss der intalienischen Renaissance hindeuten. Manche Antlitze erinnern sogar an Boticelli.
Copyright Fotos : E.Roussel
Übersetzung : Mihai Draganovici